Venedig – Tag 14: Der Dogenpalast und Rumgerenne

Venedig – Tag 14: Der Dogenpalast und Rumgerenne

20°C, morgens Nieselregen, zum Abend hin aufklarend Früh los, es liegt Dunst über der bis zum Rand gefüllten Lagune und der Himmel tröpfelt etwas… Es ist wieder Aqua Alta und diesmal noch etwas doller. Der Platz vor dem Dogenpalast wird etwas überspült. Wir entscheiden uns, direkt in den Dogenpalast zu gehen und nicht erst nochmal in San Marco vorbeizugucken. Wenn man einen Museums-Pass hat, muss man zum Glück nicht anstehen und kann direkt rein. Dann Rucksack abgeben. Es gab keine Audioguides mehr. Also rein ins Getümmel. Die ersten Räume nach der goldenen Treppe sind eine neue Sonderausstellung. Hier braucht man den Audioguide zum Glück nicht. Es wird das Leben in der Lagune mit all seinen Aspekten beleuchtet. Zum Beispiel wie früher über ein ausgeklügeltes System Wasser aus einem Fluss auf Boote verladen und dann in die Zisternen der Stadt gefahren wurde, die auch Regenwasser sammelten und filterten. Oder dass früher die Kirchtürme viel öfter geläutet haben, um besonders nach Einbruch der Dunkelheit oder bei den früher noch dichteren Nebeln Leuten Orientierung zu bieten. Für mich begeisternd waren sehr gelungene animierte Ausstellungsstücke – auf dem Boden war ein Podest und darauf z.B. ein Relief der Lagune, von oben wurde auf diese 3D-Struktur dann unter anderem das Flutmuster zu verschiedenen Jahrhunderten mit einem Beamer von oben aufprojiziert. Eine sehr gelungene und informative Ausstellung. Nach diesen Ausstellungsräumen konnten wir Audioguides erstehen und sind dann durch die restlichen Räume gegangen. Es sind äußerst prächtige Räume! Jeder Raum hat eine kostbare Kassettendecke und ist fast komplett mit den besten Bildern ausgeschmückt. Staunend geht man langsam von einem in den nächsten Raum. Glücklicherweise kann man...
Venedig – Tag 13: San Marco und ein Palazzo

Venedig – Tag 13: San Marco und ein Palazzo

Mittwoch, ca. 18°C und Nieselregen Morgens etwas vor sieben fangen die Kinder des Vermieters in der Wohnung über uns an, quietschfidel durch die Wohnung zu tapsen… da kann man nicht wirklich weiterschlafen. Gerade wollte ich aufstehen, da ist auf einmal Ruhe – also noch zwei-, dreimal wenden… Mama und Papa sind dann schon sehr früh losgezogen und haben drei Kirchen besichtigt. Wir haben haben noch etwas rumgerödelt und dann habe ich Sarah bei zwei Folgen Roadkill (sehr lustige 20-Min.-Auto-Serie) massiert.  Dann geht es los durch den Nieselregen, gerade so dolle, dass es sich nach Regen anfühlt, aber doch so wenig, dass sich die Kapuze aufzusetzen übertrieben anfühlt. In der Stadt angekommen, war etwas Aqua Alto und wir mussten eine Weile an der Kathedrale San Marco auf Gehstegen anstehen. Kurz vor 12 haben uns die anderen an der Tür getroffen. Heute war wieder die Beleuchtung an. Sarah und Esther haben das goldene Spektakel zum ersten Mal bewundert, aber auch für mich war der Wow-Effekt nicht geringer als beim ersten Mal! Von dort aus sind wir im Nieselregen über den Platz gegangen; der Plan: den Dogenpalast besichtigen. Zuerst picknicken wir aber noch unter den Kolonaden. Auf dem Weg in den Palast sieht Esther eine Ankündigung für eine Evakuations-Übung am Nachmittag und wir entscheiden uns, heute lieber etwas anderes zu machen. Schnell die Köpfe zusammen gesteckt, neues Ziel: das Naturhistorische Museum in der Fondatio dei Turchi, einem  Palazzo aus dem 13. Jhdt. im venezianisch-byzantinischen Stil. Also ab ins Boot und bei fisseligem Regen den Canal Grande entlang – zum Glück kann man hinten im Boot draußen sitzen und wird nicht bis kaum...
Venedig – Tag 12: Ab in die Schule…

Venedig – Tag 12: Ab in die Schule…

Dienstag, 19°C sonnig und am Abend etwas bewölkt Der Morgen noch recht frisch, das Boot sehr voll. Wir steigen in Arsenale aus. Ein wenig das Ufer entlang und dann einen Kanal entlang zu Arsenale. Das war für Jahrhunderte die größte Werft der Welt (16.000 Arbeiter) – dort waren schon sehr früh Produktionsstraßen bekannt, im 16. Jhdt. konnten sie eine Galeere in 24 Student bauen und voll ausstatten und für den Einsatz bestücken. Heute beherbergt das Gelände die Führungsakademie der italienischen Marine. Man kann nur eins der Eingangstore sehen. Mamas Fuß tut heute sehr weh und wir nehmen es als Gelegenheit, ganz gemütlich zu schlendern. Von dort geht es in Richtung Scuola di San Giorgio degli Schiavoni. Auf dem Weg dorthin können wir in die Chiesa di San Giovanni in Bragora und Chiesa di San Martino Vescovo reingucken. Diese Kirche ist bis auf den Altarraum quadratisch und die Decke ist komplett ausgemalt. Weiter geht es durch süße Gassen. Noch eine Kirche: San Antonin zeigt eine Ausstellung der Biennale – hier hat moderne Kunst wieder geschafft zu begeistern – die Künstlergruppe zeigt, wie die Gesellschaft Kommunikation und Social Media zu neuen armseligen Göttern gemacht hat. Die Wände sind mit Gitter-Reliefs behangen; sie zeigen Menschen bei Errichten von Sendemasten; vor dem Altar steht ein großes Facebook-f anstatt eines Kreuzes. Im Kirchenraum sehen „Apostel“-Figuren herum – lebensgroße halbe(!) Menschen aus grauem Material, irgendwo geht ein Schnitt quer durch die Figur (der Rest der Figur fehlt) und man sieht das Innenleben plastisch herausgearbeitet: jeweils eins der bekannten Zeichen des Internet wie Browser-Symbole, das Logo für Instagramm usw. – es hinterlässt einen ziemlich nachdenklich. Bevor...
Venedig – Tag 11: Murano, die Glasinsel

Venedig – Tag 11: Murano, die Glasinsel

Montag, ca. 20°C und sonnig Vom gestrigen Dunst war heute nichts mehr zu sehen. Schon gestern hatten wir uns entschieden, heute nach Murano zu fahren. Das ist eine Insel, einen Katzensprung nord-östlich von Venedig. Als Maßnahme, die Stadt vor Feuer zu schützen und um die Glasherstellung besser geheim halten zu können, wurde 1295 alle Glasherstellung aus Venedig nach Murano verlegt. Immer noch wird dort Glas von Hand gefertigt. Wir fahren über Fundamente Nuove nach Murano und die Boote sind seehr voll. Auf dem ersten Abschnitt können wir draußen fahren und sehen Arsenale sehr schön und fahren an zwei Segelyachten vorbei, die seit gestern hier liegen: Gestern Abend gehen wir nach Hause und da ist auf einmal ein neuer Turm in der Stadt, samt rotem Leuchtpunkt auf der Spitze – aber das war gar kein Turm, sondern einer dieser Segelmasten. Scheinbar wollen nicht nur wir das schöne Wetter nutzen. Als wir ankommen, quellen noch viele Touristen mit uns auf die Insel. Auf der Hauptverkehrs-/Hauptfußgängerstraße (mit Kanal in der Mitte) reiht sich Glasgeschäft an Glasgeschäft. Alle beteuern, nur auf Murano zu fertigen, einige haben kleine Werkstätten in Shop; nur ganz wenige, aber dann eher weiter außerhalb, haben wirkliche Werkstätten, in die man rein kann. Aber so richtige Fertigung bekommt man als Tourist kaum zu sehen. Nur einmal gelingt uns ein Blick in eine professionelle Werkstatt mit vielen Glasöfen von einer Hinterstraße aus, wo gerade eine Tür offen stand. Wir klappern erstmal die Kirchen (San Pietro martire und Santa Maria e San Donato) ab. In der ersten Kirche hängen die schönsten Murano-Glasleuchter und auf beiden Seiten des Altars hängen gigantische Bilder von...
Venedig – Tag 10: Palazzi

Venedig – Tag 10: Palazzi

Sonntag, 18°C zunehmend diesig Der morgen ist früh und die Kochs fast aus dem Haus. Über der Stadt liegt ein leichter Dunst. Dieser Dunst wurde über den Tag immer greifbarer, bis dann auf der Rückfahrt das Licht im Dunst eine geradezu ölige Qualität hatte. Aber von vorne. Heute Morgen Boot und dann vorbei am Marathon. Nix Spannendes zu sehen. Vielleicht das Spannendste: Über den Canal Grande wurde eine temporäre schwimmende Brücke gebaut. Während wir da langfahren, kommen aber keine Läufer… Erster Haltepuunkt ist die Ca‘ Rezzonico, ein prächtiger Palazzo. Die erste Etage sind die Repräsentationsräume – hier ist die Devise: In allen vier Ecken, den Flächen, den Rundungen und den Decken muss Kunsthandwerk drin stecken. Alles ist aufs Exquisiteste ausgestaltet. Gewaltige Murano-Glas-Leuchter baumeln von der Decke, die Armlehnen der Stühle sind geschnitzt, die Wände hängen voller Bilder, die Decken auch. Eine Reise wert! Die Etage darüber sind die Wohnräume. An den Wänden wieder Gemälde, mehr so durchschnittliche. Besonders gefällt mir ein Schlafzimmer. Bett in der Mitte, rechts ein Alkoven mit einem Aufbewahrungsschrank für die Toilettesachen, links und dahinter ein begehbarer Schrank und ein kleines Privatzimmer. Ich stelle mir vor, dass im hektischen Leben der Adeligen so ein verstecktes Zimmer eine herrliche Sache war. Die Diener- und Nutzraumetage darüber beheimatet noch mehr Gemälde – eine Sammlung venezianischer Kunst bekannter und unbekannter Künstler, die ein Restaurateur gesammelt und wiederhergestellt hat, als die Kunst des 17. und 18. Jdh. nicht hoch im Kurs standen und jetzt einen interessanten Einblick in diese Epochen gibt. Einmal durch und dann nochmal die erste Etage angucken. Hier oben ist an jedem Fenster eine breite Treppe mit...