Venedig 16 – Tag 16: Noch einmal alles, bitte

Venedig 16 – Tag 16: Noch einmal alles, bitte

Samstag, 15.10.2016 Wetter: sonnig, ca. 19 °C Wassertemperatur: 17 °C Das Wetter war heute auf unserer Seite. Als wir heute Morgen aufgewacht sind, hat uns Papa ganz begeistert erzählt, dass das Wetter super ist und er schon im Meer baden war. Wir sind also in Windeseile aufgebrochen. Zuerst sind Esther und ich zur Vaporetto-Station gegangen, um unsere dort abgestellten Fahrräder zurückzuholen und noch etwas Milch zu kaufen. Die Sonne scheint herrlich auf Venedig und der Weg zum Bootsanleger ist eine Freude! Mit den Fahrrädern Milch gekauft, direkt nach Hause, Bade- und Joggingsachen anziehen und raus zu den anderen ans Meer. Mittlerweile hatte es sich leider etwas zugezogen, aber es war immerhin windstill. Erst gehen wir alle eine Weile am Strand entlang und dann jogge ich mit Esther ‘ne Runde. Nach 3 km wieder mit den anderen vereint, wird dann nochmal der Flutsaum ausführlich begangen. Eigentlich dachten wir, dass es einfach zu kalt zum Baden sei, aber dann hat Esther es in den Kopf bekommen, doch baden zu wollen. Also rein in die kalten und etwas trüben Fluten. Die Wellen sind heute sehr kräftig und das Wasser voller Seepflanzen. Aber es ist herrlich, mit den starken Wellen zu kämpfen, und erstaunlicherweise ist es wirklich nicht so kalt. Wir planschen so lange, bis unsere Füße ganz von dem aufgewühlten Untergrund zerschrunden sind. Also schnell warm abribbeln und zu Hause duschen. Frisch aufgewärmt und getrocknet geht es dann – nun wieder in Sonnenschein – rüber nach Venedig. Wir steigen in San Marco aus und entscheiden uns, rüber auf die kleine Insel mit der Kirche San Giorgio Maggiore zu fahren. Rauf aufs nächste...
Venedig 16 – Tag 15: Wenn es regnet, geht man ins Museum

Venedig 16 – Tag 15: Wenn es regnet, geht man ins Museum

Freitag, 14.10.2016 Wetter: Regen unterschiedlich stark, ca. 16 °C Der Herbst hat Einzug gehalten in Venedig. Die ganze Nacht hat es schon in unterschiedlicher Intensität geregnet und heute Morgen sah es nicht so aus, als würde es je wieder aufhören. Mama und Papa sind trotzdem aufgebrochen, ich habe erst einmal ausführlich geduscht, dann versucht Esther zu wecken, dann gefrühstückt und dann nochmal versucht, Esther zu wecken, diesmal mit Erfolg. Esther hat uns Pfannekuchen gemacht und dann haben wir diese bei einer Folge Brooklyn Nine-Nine verspiesen – die Serie ist echt so lustig! Danach haben wir noch ein paar lustige Videos von Kevin Hart und The Rock geguckt – die beiden zusammen! Lustig! Mit Essen und guter Laune betankt haben wir uns dann mutig in den Regen aufgemacht, den Bus zum Bootsanleger genommen und dann rüber über die Lagune. Das Boot schaukelt etwas – ich frage mich, wie das hier wohl erst bei rauem Wetter ist?! Venedig ist eine Frühherbst-Stadt, im Sommer ist es völlig überlaufen und eher stickig, im richtigen Herbst-Herbst kommt Regen und Nebel… Ich muss mal in Erfahrung bringen, wie es hier im Frühling ist. Wir sind mit der 5.2 gefahren und wer ein längeres Gedächtnis hat als wir, wird sich dran erinnern, dass die 5.2 nur bei San Zaccaria hält und ab da in „den anderen Kanal“ fährt. (Ich hatte mit meiner Prognose unrecht – ich erinnere mich jetzt doch noch, dass der Kanal genau wie die Insel Giudecca heißt…) Wieder so erstaunt wie letztes Mal steigen wir also bei Santo Spirito aus, wappnen uns für den Regen und huschen über die Insel zu Salute. Von...
Venedig 16 – Tag 14: Für Postkarten braucht man Briefmarken

Venedig 16 – Tag 14: Für Postkarten braucht man Briefmarken

Donnerstag, 13.10.2016 Wetter: sonnig, ca. 16 °C In mittlerer Frühe sind Mama, Papa und ich mit dem Vaporetto nach Gardini gefahren, von dort aus dann zu Fuß weiter auf der Suche nach ein paar Kirchen, die wir noch nicht angeschaut hatten. Vorbei am Biennale-Gelände führt uns unser Weg zum Arsenale. Das Wetter ist heute Morgen gerade eben noch sonnig mit mäßigem Wind, allerdings ist es in den letzten Tagen echt kühl geworden. Der Eingang des Arsenals mit seinen wunderschönen Türmen und Löwen wird eine Weile angeguckt, dann die Kirche im Gässchen direkt daneben. Weiter geht es durch winklige Gassen, bis wir bei der griechisch-orthodoxen Kirche sind. Hier erwartet einen hinter einer recht normal aussehenden Fassade mal wieder eine Überraschung. Im Altarraum erstreckt sich der Lettner von Boden bis Decke, ganz bedeckt mit Bildern auf Goldgrund, dazu der Geruch von Weihrauch. Regelrecht atemberaubend. Der Stil ist so anders als die restliche Kunst, die wir die letzten Tage gesehen haben, dass die Augen erst einmal eine Runde zu arbeiten haben. Hinter dem goldenen Lettner sind die Gewölbe und Wände mit Goldmosaiken verziert, auch vor dem Altarraum sind Goldmosaike an beiden Seiten und im Gewölbeabschluss. Ein Hauch Orient huscht einem die Wirbelsäule herunter. Wir bleiben eine ganze Weile und studieren die verschiedenen Darstellungen. Mit frischen Eindrücken in unseren Köpfen machen wir uns auf, um das eine wirklich Wichtige im Urlaub zu tun: Briefmarken erstehen. Es werden zwar an jeder Ecke und Bude, jedem Stand, Ständlein, Café und allen sonstigen Verkaufsorten attraktive Postkarten verkauft, aber das mit den Briefmarken ist nicht ganz so einfach. Briefmarken gibt es im Postamt und auch nur im...
Venedig 16 – Tag 13: Wenn die Sonne scheint, geht man ungern rein

Venedig 16 – Tag 13: Wenn die Sonne scheint, geht man ungern rein

Mittwoch, 12.10.2016 Wetter: sonnig, ca. 18 °C Jeden Morgen gehen wir die Uferpromenade entlang zum Bootsanleger und der Weg ist gerade genau richtig lang. Man hat einen herrlichen Ausblick über die Lagune nach Venedig und an so klaren Tagen wie heute sieht man im Hintergrund auch die Dolomiten, deren Kuppen mehr und mehr von Schnee bekrönt werden. Auf dem Boot nach Venedig bekommen wir heute Sitzplätze ganz vorne im Bug. Eine Sicht, die wir mit bitterer Kälte bezahlen. Morgens ist es mittlerweile doch recht kalt. Oder – natürlich, ich bin einfach kein Morgenmensch. Der eigentliche Plan war es, bis zum Fischmarkt zu fahren und dort herumzugucken, aber bei dem herrlichen Sonnenschein und unseren Premiumplätzen ganz vorne im Boot entscheiden wir uns, einfach noch bis zur Endstation am Bahnhof zu fahren. Die Sonne leuchtet die eine Seite des Kanals wirklich toll aus, die andere wird in tiefe Schatten gehüllt. Diese Reise ist es das erste Mal, dass ich den ganzen Canal Grande runterfahre, und es ist der perfekte Tag. Es trifft also zu, was Papa sagt: „Pläne sind die Leitplanken auf dem Weg zu Besserem“. Auf jeden Fall im Urlaub. Vom Bahnhof gehen wir dann zu Fuß eine Hauptroute zur Rialto-Brücke. Dicht an dicht reihen sich Restaurants, Souvenirläden, Deckengeschäfte, Stoffgeschäfte, Bars (die auch Häppchen und Kaffee verkaufen), Eis-Läden und Handyshops aneinander, den ganzen Weg bis zur Rialto Brücke. Wir gucken mal hier und mal da und gehen auch in einige Kirchen. Eine Straße zum Seele-baumeln-lassen. An der Rialto-Brücke gehen wir erstmal in die Nobel-Mall Fondaco dei Tedeschi. Die Gründe sind zweierlei, der zweite Grund ist die herrliche Aussichtsplattform auf dem...
Venedig 16 – Tag 12: Erst ein Markt, dann die Stadt

Venedig 16 – Tag 12: Erst ein Markt, dann die Stadt

Dienstag, 11.10.2016 Wetter: sonnig, ca. 18 °C Dienstags ist hier auf dem Lido Markt. Sarah, Esther und ich machen uns nach dem Aufstehen (und unseren Namen Erinnern) dorthin mit unseren Fahrrädern auf. Der Markt ist auf der breiten Uferpromenade, auf der wir vor ein paar Tagen Rad gefahren waren, mit Blick auf Venedig. Ein Kaufhaus auf Rädern ist dieser Markt, es gibt alles, was man braucht. Mehrere Stände mit Obst und Gemüse. Stände mit Süß, welches in 400g-Portionen verkauft wird. Mode neu und uralt. Selbstgebaute Möbel. Ein kleines Gartencenter. Unterwäsche. Jeder „Laden“ ist um einen Lastwagen oder Transporter herum aufgebaut, viele genau für diesen Zweck ausgebaut mit besonderen 180°-Markisen. Kleidungsstücke kann man in dem jeweiligen Transporter (als Kabine) ausprobieren. Der Markt ist voll. Man hat das Gefühl, viele Menschen kennen sich. Den einen Verkäufer, der an einer Bücke nur eine kleine Plane ausgebreitet hat und ein wildes Sammelsurium an Dingen verkauft, wird von vielen herzlich begrüßt. Einer Kundin zeigt er mit aller Fingerfertigkeit eines wahren Verkaufsgenies die hohe Qualität der Kopfkissenbezüge, die er in seinem Angebot hat. Für einen deutschen Wirtschaftsstudenten ist all so etwas sonderbar. In Deutschland ist alles auf höchste Effizienz getrimmt. Warenhausketten verhandeln die Preise aufs äußerste und senken sie dann noch einmal. Alles groß, neu, viel, gleich. Auch hier findet man an einigen Ständen das gleiche Sortiment, viele Verkaufswagen sehen irgendwie ähnlich aus. Aber das Ganze scheint noch eine Seele zu haben. Die Verkäufer verkaufen ihre Ware mit Stolz und irgendwie ist alles individuell. Wie sich das Ganze rechnet, muss man mir nochmal erklären. So individuell wie das Angebot sind auch die Besucher. Alte Damen,...