Berlin 2015 – Tag 3: Der Hauptmann von Köpenick und ein schöner Abend

Berlin 2015 – Tag 3: Der Hauptmann von Köpenick und ein schöner Abend

Der letzte Tag des Kurzurlaubs in Berlin. Da wir später noch Leute etwas außerhalb von Berlin besuchen, haben wir uns entschlossen, auf dem Weg Köpenick einmal anzuschauen. Also wild kreuz und quer durch Berlin gefahren und dann in Köpenick angekommen.

Das rote Backstein-Rathaus ist so schön wie eh und je, dies ist bestimmt auch der Grund, warum ein Brautpaar nach dem anderen, nach überstandener Vermählung, andächtig auf der Treppe des Rathauses dem Gedudel des hauseigenen Straßenorgel-Spielers lauscht. Danach bricht das Chaos der Gruppenfotos aus und dann schnell in die Autos und weg… Kurz danach spielt sich die gleiche Szene mit anderen Leuten von vorne ab.

Auch das Innere des Rathauses hat seinen Charme. Also besonders das Treppenhaus – kunstvolle Steinmetzarbeiten, schmiedeeiserne Gitter, bunte Gläser, eine warme Atmosphäre. Wenn man allerdings in die Gänge zu den Seiten geht, hat der Flair eher etwas von einem 19.Jhd.-Gefängnis – weiße Wände mit einem grünlichen Hauch, grüne Holztüren aus aneinander genagelten Brettern, oben an jeder Tür die Zimmernummer in weißer Farbe und mit militärischer Font-Schablone angepinselt, alter Linoleum-Boden.

Danach sind wir langsam an der Müggelspree entlang und über den Marktplatz. Dort hat Mama ein Stoffgeschäft entdeckt und ich einen ansehnlichen Kletterspielplatz. Also Mama zum Stoff und Ilan zum Piepatz – wie in alten Zeiten. Das Teil hat echt Spaß gemacht und konnte gut für eine kleine Runde Fitness missbraucht werden. Meine Sportgelüste auslebend wurde ich von Gästen eines Straßencafes beobachetet, mit Gesichtsausdrücken, die von Belustigung bis Respekt reichten.

Dann noch zum Schloss Köpenick, einmal kurz in das Museum geguckt – eine schöne Eingangshalle – und dann durch den Park stolziert. Dort durften wir die Schnelligkeit der deutschen Justiz erleben. Ein Floß hatte an einem Baum festgemacht und es wurde gegrillt. Dann kam recht schnell ein Polizeiboot, eine Beamtin stand im Bug des Schiffes – was für eine Haltung, aufrecht, keck, überlegen! – sie glitt über die Oberfläche des Wassers direkt auf das Floß zu. Falschparken wird auch auf dem Wasser geahndet, nur dass es da hundertfach cooler aussieht und wahrscheinlich für die Betroffenen viel furchteinflößender ist.

Wieder beim Auto direkt los nach Müncheberg, um Ecki (der Typ, der uns seine Wohnung hat nutzen lassen) und seine Mutter zu besuchen.

Dort haben wir erst bei Kaffee und Kuchen lange geredet, dann hat sie uns schnell Abendessen gezaubert, dann haben wir noch mehr geredet und dann war es 21 Uhr. Aber dem nicht genug, dann wurden uns die Bienen gezeigt und währenddessen hat die Mutter mit ihren 80 Jahren noch unermüdlich Honigwarben geöffnet und ausgeschleudert und Honig umgefüllt. Stundenlang, schon fast in der Nacht, mit 80 Jahren – was für eine Powerfrau!

Nachdem wir uns noch lange beim Honigschleudern unterhalten haben, etwas frischen Honig genascht haben und die Arbeit dann getan war, sind wir kurz nach 23 Uhr in Richtung Bett getingelt.

 

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Ein paar Fotos vom Abschlussgottesdienst 2015

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