Berlin 2015 – Tag 2: Kunst die von können kommt und solche die weg kann

Berlin 2015 – Tag 2: Kunst die von können kommt und solche die weg kann

Nach einer eher unruhigen Nacht habe ich am Morgen nochmal geschlafen wie ein Stein, so sagt auf jeden Fall mein Sleeptracker…

Nach Frühstück und Klimbim haben wir unseren ersten Stopp durch den wahnsinnigen Berliner Verkehr angesteuert: die Gemähldegalerie und das Kunstgewerbemuseeum an der Philharmonie. In der Gemäldegalerie sind Werke vom 13. Jhd. bis Mitte 19. Jhd. ausgestellt. Die Sammlung hat wirklich viele hervorragende Werke versammelt, alle Namen die einem vage bekannt vorkommen, sind versammelt: Rembrandt, Dürer, Botticceli, Van Dyke usw. Ein Fest für die Sinne. Fun Fact: Warum gibt es so viele niederländische Bilder mit zugefrorenen Kanälen, auf denen Schlittschuh gelaufen wird usw. – obwohl es so selten sehr kalte Winter in den Niederlanden gibt?! Weil es zu der Zeit eine kleine Eiszeit gab. (Neben einigen solcher hochspannenden Details war der Audioguide eher meeh – reine Bildbeschreibung, wenig Kontext.)

Mein Feldzug durch die Gemäldegalerie hat etwas über 2 h gedauert und dann bin ich vor den Eltern schon in das Kunstgewerbe- Museum gegangen. Das ist auch wirklich toll. Was für freingliedrige Arbeiten schon im Mittelalter erstellt wurden! Begeisternd! Wirklich besonders ist eine Sammlung von Kleidungsstücken vom Anfang des 18. Jhd. bis in die 80iger Jahre des 20 Jhd. rein… auch wenn die Kleidungsstücke etwas hässlich waren – die roaring twenties (vielleicht London oder New York) würde ich wirklich gerne mal besuchen!

Nach der guten Kunst sind wir zum Auto, um einen Haps zu essen, und dann zum Sony-Center und Potsdamer Platz – diese Ansichten müssen drin sein, um das Gefühl aufkommen zu lassen, dass man in Berlin war. Auf dem Rückweg ins Auto haben wir im Sony Center Zuflucht vor einem Downpour genommen.

Die viertelvorletzte Station des Tages war der Ku-Damm… Parken im guten KaDeWe-Parkhaus und dann einmal durch – und Dolce&Gabana „The One“ auf sich dieseln (hint hint -> Ilan nimmt Geschenke an) – und bis zur Gedächtniskirche flaniert. Eine Sitzpause bei einem Seifenblasenkünstler gemacht (soo putzig, wie begeistert die Kinder die Seifenblasen angeguckt und gejagt haben; der eine wirklich kleine Junge hatte vor den riesigen Seifenblasen Angst und hat sich schnell hinter seinem Papa versteckt… Monsterseifenblasen…).

Wieder die müden Füße bewegend, sind Papa und ich zu Saturn (meine Hoffnung war, vielleicht in so einem Riesenstore eine vernünftige Tastatur zu finden, aber Fehlanzeige. Aufruf: Wenn du eine Firma kennst, die Tastaturen mit sehr kurzem und präszisem Anschlag und Isolated Keys herstellt, die nicht Rapoo heißt [meine aktuelle ist von dieser Art, eigentlich recht gut, aber leiert halbwegs schnell aus] bin ich für Tipps seehr dankbar!). Und natürlich haben wir uns Dolby Atmos angehört (niice!) und uns über die schlechte Soundqualität von Sonos aufgeregt und die 88“ 4K-Fernseher bestaunt… Was für gigantische Habenwill-Objeke! Die Details und Farbgewalt und Größe! Wow!

Kurz vor 20 Uhr haben wir dann Mama im KaDeWe eingeholt. Dort ist zurzeit ein Hennessy-Stand, sie feiern 250 Jahre, mit Verkauf. Für Laune sorgt ein DJ. Er legt wummernde Elektrobeats auf, eher monoton und modern. Für Congac, der 590 € die Flasche kostet?! Irgendwie passt es nicht so ganz in meinen Kopf… Der Firmenname hat für mich immer gediegene Assoziationen vorgerufen und nicht wummernde Beats. Ẃell, that just happend.

Von dort ging es in Richtung Esthers Rad kaufen. Auf dem Weg habe ich ein Restaurant erblickt, das mit einer Tafel vor der Tür knusprige Ente versprach und gut frequentier war. Bloß an der Karl-Marx-Allee natürlich kein Parkplatz. Also in die nächste Seitenstraße und da kurz gehalten. Vor uns direkt ein Seitenstraßenkleinviatnamese mit einigen Gästen (immer ein gutes Zeichen)… also direkt vor der Tür geparkt und dort eine sehr, sehr leckere Portion Ente gegessen, Mama mit Reis und ich mit Nudeln. Papa eine Portion Luft mit einer Note Dinner Cancelling…

Kurz nach 21 Uhr dann den letzen Sprung nach Marzahn. Der Typ, der uns das Rad verkauft hat, dachte schon wir kommen nicht. Er hatte in seinem sächsischen Akzent mit Papa 16 Uhr fest gemacht und der gute Hannoveraner hat 20 Uhr verstanden. Eine interkulturelle Übereinkunft, die dann doch noch funktioniert hat. Das Rad ist tiptop (so niegelnagelglänzend geputzt, dass ich meine hübsche Visage in der Spiegelung anschauen konnte). Nach vollzogener Transaktion war das Rad auf den Fahradträger zu befestigen nochmal ein Puzzelspiel für sich. Irgendwann hatten wir dann eine sichere Position gefunden und sind glücklich von dannen gezogen. An der Wohnung alles abgeladen, ging es auf Parkplatzsuche. Keine Chance – 15 Min. kreuz und quer gefahren und am Ende auf einem Lidl-Parkplatz geparkt… Parkschreibe auf 8 Uhr gestellt und jetzt hoffen, dass wir nicht abgeschleppt werden… Stadtleben kann halt auch spannend sein….

Jetzt schnell ein 29€-Ticket für eine Hochzeit erheischen und dann Bubu.

Ticket bekommen, jetzt noch ein paar Handy Bilder…

Berlin 2015 - Tag 1: Kloster Lenin und Potsdam
Berlin 2015 - Tag 3: Der Hauptmann von Köpenick und ein schöner Abend

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