Paris – Tag 14: Viele Museen, die B-Crew und ein toller Abend

Paris – Tag 14: Viele Museen, die B-Crew und ein toller Abend

Museumstag – ab zu Hôtel de Ville und dann in schönstem Sonnenschein auf die Ile de la Cité. Noch einen Blick vorbei an Notre Dame und dann in die Saint-Chapelle. Was für ein begeisterndes Gebäude!!! Für die Aufbewahrung der Dornenkronen-Reliquie gebaut, ist sie wie ein Schmuckkästchen. Schon die Unterkirche ist exquisit in Rot, Blau und Gold ausgemalt. Man klettert eine kleine Wendeltreppe hinauf, kommt um eine Ecke und es öffnet sich der Blick auf riesig hohe Kirchenfenster.Ab einer Höhe von ca. 4 m sind die Wände so gut wie komplett durch Fenster ersetzt. Es ist wirklich ein besonderer Anblick! Das Dach scheint auf einem Meer von 1000 bunten biblischen Geschichten zu schweben. Wir haben gut eine Stunde den Anblick genossen.

Als nächsten Stopp haben wir direkt im Nachbargebäude die Conciergerie angesteuert, die europaweit größten gotischen Gewölbe des mittelalterlichen Königspalastes. Dort ist zurzeit eine Ausstellung über Ludwig den Heiligen (zu seinem 800. Geburtstag) – es werden die Gedankenwelten alter Herrscher, die sich für das Christentum entschieden haben, aufgezeigt. So konnten sie z.B. nicht gut lesen – um die biblische Bildung zu vermitteln, gab es „Comic-Bücher“: Bilder mit biblischen Geschichten und dazu ein oder zwei Sätze. Des Weiteren kann man einen Eindruck von den Tagen der Conciergerie als Gefängnis während der Revolution gewinnen, u.a. die Zelle Marie Antoinettes und die verschiedenen anderen Zellentypen nachgebildet und ein Raum mit den Namen der 2780 Hingerichteten während der 3 Jahre Revolution – im Schnitt zweieinhalb Hinrichtungen am Tag… Oh die großartige Revolution!

Von dort aus bin ich, während die anderen noch geguckt haben, ein wenig draußen rumgelaufen und hab die Pont Noef gesehen. Zurück bei Notre Dame war (vermutlich) die Second Unit des asiatischen Filmteams von neulich da und hat mit einer Astro AH-4800 (die weltweit erste und einzige 8k Kinokamera zum schmalen Preis von 300.000 € mit schönen Zeiss- und Leica- Linsen) Aufnahmen der Kathedrale gemacht.

Dann sind die anderen durch die römischen Ausgrabungen in den Fundamenten unter dem Kathedralen-Vorplatz geeilt – und da ich dort nicht kostenlos rein kam (wie sonst immer für bis 25-jährige EU-Bürger) habe ich draußen Leute beobachtet und belauscht.

Wieder zusammen, sind wir alle in den Bus und ab zur Orangerie – diesmal war sie zum Glück offen und wir konnten die 8 riesigen Monets sehen. Des Weiteren zu sehen war eine Sammlung anderer Impressionisten und eine interessante Sonderausstellung über Emile Bernard, der über die Jahre mehrmals seinen Style geändert hat.

Nach der Museusschließung vor der Tür, begrüßte uns der aufgehende Mond, der erst zwischen Häusern hervorlugte und dann immer höher stieg. Natürlich musste dies fotografisch festgehalten werden.

Ab über den Place de la Concorde, vorbei an einem Ferrari und einem Lamborghini Gelado Spider, die man für 89 € mieten kann, und mit dem Bus die Champs-Elysées hoch. Am Arc de Triomphe war grade die Entzündungs-Zeremonie der ewigen Flamme, die im Gedenken an gefallene Soldaten jeden Abend neu angezündet wird, begleitet von ordentlich Tamtam. Das alles haben wir allerdings links liegenlassen  und sind die Wendeltreppe hinaufgeschnauft… ziemlich anstrengend für müde Touristen. Von der oberen Plattform des Arc de Triomphe hat man einen herrlichen Ausblick auf die großen Straßen, die sternförmig von ihm abgehen. Im Dunkel des Abends sehen die Straßen aus wie Flüsse rot weiß leuchtender Insekten, die Häuser sind alle sehr dunkel und die Dächer kaum sichtbar.

Bald mussten wir wieder runter, um unser Treffen mit Dawn pünktlich zu erreichen, die uns zum Abendesseneingeladen hatte. Runter, über die Straße, in den Bus, über einen Platz, eine Straße runter, durch eine Tür, durch einen Innenhof, eine weitere Tür, ein Gang und da waren wir bei Dawn.

Dort haben wir mit ihr und zwei weiteren Frauen aus der Hillsong-Church einen wunderbaren Abend mit leckerem Essen, guter Gemeinschaft und tiefgehendem Gebet verbracht.

Den Weg zurück nach Hause hat uns Hanniffar begleitet, die noch eine Station weiter als Repubique lebt. Sie hat uns u.a. ein bisschen über Mieten in Paris erzählt… Soooo krank! Alles in die Quadratmeter eingerechnet kostet das so  z.B. für 12 m² ab 550 € aufwärts – oft aber auch als Kaltmiete ohne alles! 50 € Kaltmiete pro qm ist weitverbreitet. Da hat man dann ein Zimmer mit Kochnische und eine Duschentoilette… Dawn in ihrer unbeschreiblich kleinen Wohnung aus zwei Zimmerchen, einem Kochschränkchen, einem Toilettchen und einer Duschzelle bezahlt für ihre insgesamt „fürstlichen“ 36 m² NUR 1200 € kalt…  Freundschaftspreis für Christen, von einer Gemeinde vermietet. Mann, da bin ich froh, fernab begeisternder Zivilisation auf einem Dorf in der Nähe aller wichtigen Autobahnen zu leben… Man braucht zwar länger, um Kultur zu sehen, aber man hat Platz.

Wir waren um 1 Uhr zu Hause und jetzt ist es zwanzig vor 3, wie auch immer das passiert ist.

Aber jetzt fall ich halbtot um.

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