Paris – Tag 3: Die Gang und der Berg

Paris – Tag 3: Die Gang und der Berg

Sonntag – Zeit die Hillsong-Church zu besuchen. Beim frühen Aufstehen hat uns die Zeitumstellung geholfen.

Die Hillsong-Church trifft sich morgens im Stadtviertel Mont-Parnasse im Theater Bobino für zwei Gottesdienste und abends an einer anderen Location für zwei weitere.

Als wir angekommen sind, wurden wir super herzlich begrüßt und hatten dann auch direkt ein „Kleine-Welt-Erlebnis“. Papa war vorgegangen und hatte Plätze reserviert. Saß neben einem jungen Mann. Erst haben sie etwas Englisch geredet, dann festgestellt, dass auch er Deutscher ist und mal Jukubi-Helfer im GZ war – als ich dann auftauchte, meinte er zu Papa: „Sag doch gleich, dass du der Vater von Sohn Ilan Koch bist!“ – *Der ist berühmt* – und es war Niklas Schweda… echt so verrückt, wie man in einer fremden Stadt in einen Gottesdienst geht und neben einem Deutschen sitzt und der kennt einen auch noch.

Der Gottesdienst war herrlich, wunderbarer Lobpreis und dann eine richtig lustige, aber auch sehr tiefe Predigt von einem Pastor aus Newcastle. Nach dem Gottesdienst haben wir dann noch mit einigen Leuten geredet und Kaffee getrunken.

Von Koffein gestärkt, ging es dann auf Erkundungsreise.

Erst zu Fuß zur Kirche Notre-Dame-Des-Champs. Vor der Tür saß ein Obdachloser, nur in Jacke, aber ohne Hemd; als wir wieder rausgekommen sind, kam der Priester grade und hatte diesem Mann ein Hemd und zwei belegte Baguettes gekauft… Bewegend zu sehen, wie der Mann sich gefreut hat – gefühlt gibt es in Paris mehr Obdachlose als in anderen Städten.

Die nächste Station war dann Montmartre. Gasse um Gasse quetschen sich Restaurants den Hügel hinauf zur Basilika Sacre-Cœur und wieder einmal hat sich einem der Eindruck aufgedrängt, dass Paris mehr Menschen auf engerem Raum beherbergt als andere Städte. Im Pinguin-Walk wie beim Weihnachtsmarkt tappst man vor sich hin.
Auf dem Weg zur Spitze haben wir einen Blick in die erste der modernen Pariser Kirchen geworfen, die 1898 mit Stahlbeton gebaut wurde – Saint-Jean in Abesse, und die 900 Jahre ältere Vorgängerkirche zu Sacré-Cœur, Saint-Pierre.
So wie die Basilika Sacré-Cœur den Hügel krönt, so ist dort auch die Menschendichte auf die Spitze getrieben. Mit winkenden Handbewegungen wird man wie Vieh durch die Kirche gewunken, alles trottet und glotzt, nur an einigen Stellen ist Platz zum Verweilen und Gucken. Das wiederum ist aber kaum erträglich, weil die Luft so verbraucht und warm ist, dass man sich an Winterschultage erinnert fühlt, wo keiner der Buhmann sein wollte und lüften…

Die Kirche an sich, über alle Unannehmlichkeiten hinweggesehen, ist allerding wirklich grandios. Besonders das Mosaik im Altarraum ist wunderschön.

Nächster Programmpunkt – den Turm besteigen. Man fühlt sich direkt an die Bibelgeschichte erinnert, wo Jesus sagt, dass der Zugang zum Himmel so eng ist wie ein Nadelöhr, wenn man sich die Wendeltreppe – 300 Stufen – auf den Turm der Basilika Sacré-Cœur hochkämpft. Grade so breit, dass ein normaler Europäer passt, dreht sich eine Wendeltreppe in die Lüfte. Aber auch hier – diese Anstrengung hat sich mehr als gelohnt. Gut befestigt und sicher kann man von hier aus ganz Paris sehen, alle wichtigen Kirchen und natürlich den Eifelturm.

Auf diesem Turm sind wir dann lange geblieben, haben geschaut und Fotos gemacht – viele Fotos… So lange Fotos, bis nach der Sonne auch der Mond untergegangen war. Ein episches Licht und Farbenspiel – Paris hat den Namen „Stadt des Lichts“ durchaus verdient.

Papa und ich sind länger oben geblieben, so lange, dass wir lange nachdem die letzten gegangen waren, rausgeschmissen wurden.

Erfreut und müde ging es dann wieder vorbei an allen Restaurants, Straßenkünstlern, Gerüchen und lauschigen Plätzen zurück zur Metrostation „Blanche“, deren Name im Kontrast steht zu den nicht ganz so reinen Etablissements der Nachbarschaft, wie das legendäre „Moulin Rouge“. Aber vielleicht wird man auf dem Weg nach Hause ja dort weiß übergetüncht.

Wir sind auf jeden Fall gut zu Hause angekommen und sinken jetzt ziemlich erschöpft ins Bett.

Paris - Tag 2: Erste Schritte
Paris - Tag 4: Die Inseln mit Sonne

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