Paris – Tag 6: Essenskultur und Kulturgebäude

Paris – Tag 6: Essenskultur und Kulturgebäude

Heute haben wir einen langsamen Morgen eingelegt und sind dann mit der Metro zum Hôtel de Ville.
Erstmal im BHV Marais zur Toilette und dann zu Fuß auf die Ile de la Cité, wo Mama länglich nach einem Basecap gesucht hat. Dann vorbei an Notre-Dame (und nochmal auf Toilette) und in das lateineische Viertel. Ich hab allerdings, bis es richtig losging, einen Großteil auf dem Platz vor Notre-Dame gesessen und Menschen geguckt… So viele verschiedene Menschen…
Also über die Brücke. In einer der ersten Gassen hat uns eine Bäckerei angelacht und wir haben uns Baguettes gekauft. Wild mampfend sind wir in den Park René Viviani, vorbei an der Kirche St-Julien-le-Pauvre und dann in die Kirche St-Severin. Schöne Wasserspeier bewachen ihre Außenwände, und Fenster im Altarraum haben Herzen in sich. „Extra für uns“ hat der Organist lange formvollendet Orgel gespielt, wohl eine Probe für ein Konzert…
Als nächstes haben wir uns die Fressmeile entlanggekämpft (eigentlich eher Fressvirtel – Restaurant drängt sich an Restaurant, alle mit großen Menüs vor der Tür, mal französische Küche, mal ausländische; auch Burger Restaurants mit amerikanischen Dekor sieht man immer wieder), ein Crêpe und ein Riesenbaiser haben zu laut gesprochen, um sie einfach im Geschäft zu lassen. Zudem durfte ich das berühmt-berüchtigte Pariser Parken mal in Aktion sehen: Ein Lieferbote hat sich in eine Parklücke gequetscht, die bestimmt 1 m zu kurz für ihn war: einschlagen und rein, langsam an das hintere Auto ran, dann mit Gefühl Gas geben, bis es unter Quietschen der Handbremse ein Stück nachgibt. Dann vorwärts einschlagen und Gas… Als deutscher Autofahrer wird einem da ganz Bange.
Am Ende der Gasse haben wir etwas mehr Baguette mit Fleischpastete und Bananen gegessen und haben den minimal mühseligen Aufstieg an der Sorbonne entlang auf uns genommen – was für ein ewig langes Gebäude – auf den Hügel mit dem Pantheon. Das Pantheon haben wir rechts liegen gelassen und wartende Studenten links (da hab ich mich ein bisschen schlecht gefühlt, dass ich grade nicht pflichtbewusst in der Uni bin und ich hab mich dann doch sehr gefreut, dass ich die Freiheit hab, meine Semesterferien im Semester zu machen), also rechts und links liegen gelassen und in die bislang schönste Kirche – St-Étienne-du-Mont. Die einzige Kirche von Paris, in der noch ein Lettner steht – weil er so begeisternd ist. Aus feinem Maßwerk renkt sich eine luftige Steinbrücke von der einen zur anderen Seite der Kirche. In einer niedrigeren Kapelle gleich anschließend an den Chorraum sind herrliche Glasfenster endlich mal so nah, dass man sie bestaunen kann. Besonders die Tiere samt Einhorn machen Freude.
Von dort aus sind wir in Abendsonnenschein zum – vor unseren Augen schließenden Park – Jardin du Luxembourg gegangen, haben ihn also links liegen lassen müssen und sind außen rum zur Kirche St-Sulpice gelaufen. Diese war anfangs fast nicht erleuchtet – ich habe mich gefühlt wie auf Gemälden der niederländischen Meister, wo nur das allerwichtigste aus dem Schwarz des Hintergrundes zum Vorschein kommt. Kaum hatte Mama zu Ende aus ihrem schlauen Reiseführer vorgelesen, ging das Licht an und die Größe der Kirche wurde in ihrem vollen Ausmaß offenbar.
Von dort aus haben wir, vorbei an vielen kleinen Boutiquen, die Kirche St-Germain-des-Prés besucht. Diese hat sehr unterschiedliche und besondere Kapitelle.
Zum Schluss sind wir noch ein wenig umhergewandert, vorbei an berühmten Cafes (eins heißt „Zu den zwei Maden“ – but whyyy? Warum sollte man da essen wollen????) und sind dann mit der Metro nach Hause gefahren.
Dort schnell noch eingekauft, ganzes Hähnchen in den Ofen, Abendessen gegessen, erzählt und gelacht, noch eine „Star Trek TNG“ mit Hähnchen gegessen, und jetzt mache ich das, was die anderen schon machen – bubu.

Paris - Tag 5: Die Altertümer in Gebäuden und an Menschen
Paris - Tag 7: Kirchen, Boutiquen und ein Palais

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