Paris – Tag 9: Filmdreh und 1000 Arten Geld schnell loszuwerden

Paris – Tag 9: Filmdreh und 1000 Arten Geld schnell loszuwerden

Bei schönstem Wetter war das Dach des La-Fayette unsere erste Anlaufstation heute. Dort hat man eine herrliche Aussicht. Es gibt Plastik-Sofas und –Sessel, auf denen man den Blick über Paris genießen kann. In der Sonne war es so warm, dass man alles, was nur auszuziehen ging, abgelegt hat und trotzdem noch geschwitzt hat. Dort oben in den warmen Lüften haben wir dann ein wenig Fotos gemacht und geruht.

Wieder durch die Kostbarkeiten zurück in die Straßen von Paris. Haben bei Lindt nochmal kostenlose Pralinen abgegriffen, eine Tafel Schokolade gekauft und den Schokoladen-Connaisseurs zugeschaut, wie sie sie Schokoladenplätzchen machen.

Nach dem leiblichen Wohl ging unser Spaziergang zum olfaktorischen Wohl über – wir haben uns zwei Häuser der  Traditionsparfümerie Fragonard angeguckt, die in beiden Häusern ein Museum haben. Das eine ist renaissancehaft eingerichtet, während das zweite moderner ist.

Mama war noch im Museum, als an uns in mehreren Gruppen schöne Sportwagen vorbeikamen. Einige Ferrari, ein Lamborghini Gallardo, ein Mercedes-Benz SLS AMG (soo ein schönes Auto!) und einige Porsche.

Weiter ging es in der herrlichen Wärme vorbei an schicken Geschäften zu den Gourmetläden an der Kirche Madeleine, in „Fauchon“ habe ich noch reingeguckt – den 2900€-Cognac würde ich ja gerne mal mit irgendeinem anderen vergleichen…  – und dann wollte ich mir auf eine Bank suchen. Bester Plan ever, denn ich hab beim Überqueren der Straße eine Film-Crew gesehen. Also bin ich mal hinten rum gegangen und habe mich mit geübter Nonchalance in die Menge der wartenden Crew gestellt… ein paar Fotos gesnapt, bevor ich gebeten wurde, keine zu machen, und hab dann eine lange Zeit bei dem hektischen Treiben des Filmdrehens zugeguckt… sehr, sehr spannend. Gefilmt wurde mit 2 „Red Epic 5.0“, mal auf Stativen, mal auf Dolly, dann auf einem riesigen Jib… Für einige Einstellungen, in denen „Louis“ aus einem Auto steigt/rasant wegfährt, wurde ein Lexus auf Fabrikglanz geputzt und Pfützen auf der Straße mit Papertowel aufgesogen und dann mit großen Filmscheinwerfern weg getrocknet.

Iiirgendwann muss ich auch mal an einer großen Produktion mitarbeiten oder mitspielen oder einfach nur dabei sein.

Der Film „Paris Holiday“, eine chinesische Produktion aus Hong Kong … und ich hab ganz nahe den Hauptdarsteller Louis Koo (er hat schon 83 Filme gemacht) gesehen und Mama direkt neben der Hauptdarstellerin Amber Kuo auf einer Bank gesessen…

Nachdem wir uns das Treiben genügend angeschaut hatten, ging es in den Bus, um die Mächtigen im Elysee-Palast angucken, naja, von außen dran vorbei gehen… und dann die Rue Saint Honore entlang an allen noch teureren Geschäften… Bis wir in Sotheby’s reingestolpert sind und unter Wohlbetuchten die zur Versteigerung stehenden Objekte begutachtet haben – Straßentrödelmarkt auf anderem Niveau. Es wird geguckt, gewendet, gemessen, beraten und dann ein Gebot abgegeben oder ausführliche Notizen in den 20 € teuren Katalog geschrieben. Im ersten Moment verwirrend ist, dass man die Sachen anfassen darf… Aus Museen ist man gewöhnt, dass das unmöglich ist.

Von dort aus bin ich mit Sarah an weiteren teuren Geschäften vorbei getingelt… Am Christian-Louboutin-Shop musste man sogar Schlange stehen… Zufälliger Endpunkt unseres Tingelns: der Place del la Concorde und ein glorioser goldener Sonnenuntergang hinter dem Eifelturm… soo genial!

Irgendwann musste Sarah auf Klo, wir haben eins gefunden und wollten grade den Rest suchen, als sie schon bei uns waren… Eine kleine Planungssession später stand fest, als nächstes das Viertel Les Halles und die St-Eustache-Kirche anzugucken. Die Metrostation endet in einer großen unterirdischen Mall, deren Counterpart über der Erde – eine riesige, flache, futuristisch geschwungene Mall  – erst noch fertig gebaut wird.

Als Segens-Zufall war grade Messe und wir konnten die St-Eustache-Kirche besichtigen… ein sehr feingliedrig hochragender Gotik-Bau. Wirklich sehr schön.

Auf dem Weg nach Hause sind wir noch die angrenzenden Gassen gegangen und in einem Second-Hand-Laden hängengeblieben, wo Sarah eine total tolle Jacke gekauft hat. Überhaupt sind in diesem Viertel die Läden günstiger bis billig, die Menschen normal und phasenweise nur wenig europäisch… Völlig verhungert ein Pitstop in einem Supermarkt, wo der Brie auch ohne Baguette schmecken musste, da es keins mehr gab, und – zip! – nach Hause.

Jetzt esse ich noch ein Hähnchenbein, das ich unorthodox gewürzt hab (unter die Zwiebeln, die als Füllung dienen, hab ich zwei Beutel Hüttenstimmung-Tee untergemengt, mit sehr leckerem Ergebnis…).

Guten Hunger und gute Nacht!

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