Venedig 16 – Tag 11: Über sieben Brücken gehen wir

Venedig 16 – Tag 11: Über sieben Brücken gehen wir

Montag, 10.10.2016 Wetter: sonnig, ca. 19 °C In trauter (und leicht ver-trauer-ter) Dreierrunde haben Mama, Papa und ich uns heute Morgen aufgemacht – Sarah und Esther haben nochmal dem Bett gefrönt. Unsere erste Station war die Kirche Salute, diese war nach dem Ende einer großen Pest aus Dankbarkeit gebaut worden. Eine wirklich schöne Kirche mit einem kostbaren Cosmaten-Boden (alten Marmor-Einlegearbeiten) und wunderschönen Seitenaltären. Von dort aus geht es zurück in den Sturm – naja, vielleicht nur starker Wind, schneidend kalt ist er heute. Wind = kaltes Wetter; Windstille = angenehme Temperatur. Wir gehen also lieber durch angenehm windstille Gässchen. Dann stehen wir vor einem Restaurant, wo wir schon öfter den Klogöttern mit dem Kauf von Espresso gehuldigt haben. Dies tun wir auch heute, dazu ein Croissant – das italienische Wort dafür ist irgendwie so unmerkbar und unaussprechbar. Das Croissant hier ist hingegen einfach perfekt: Eine mit einem Hauch Süße versehene Kruste, die genau richtig knusperig ist, umhüllt das luftige Innere, welches leicht nussig nach Butter schmeckt. Omnomnom! Frisch gestärkt geht es an das Ufer des „anderen Kanals“ und dort in 3 verschiedene Kirchen. Alle sehr schön. In der einen hängt eine Abendmahlsszene von Tintoretto (oder wie ich ihn ghettohaft nenne: „my boy Tinto!“) – die Farben sind einfach hinreißend, und wirklich gefallen tut mir, dass ein Türke (erkennbar an seinem Turban) mit am Tisch direkt neben Jesus sitzt. Vor der einen Kirche kann man sehr angenehm windgeschützt in der Sonne sitzen, wir entspannen etwas unsere reisezermürbten Füße. Ein Border Collie läuft umher, sein Besitzer redet mit einem Kioskbetreiber in der krispen Herbstsonnne. Der Collie hat eine Wasserflasche im Maul,...
Venedig 16 – Tag 10: Parfüm, Japan und moderne Kunst

Venedig 16 – Tag 10: Parfüm, Japan und moderne Kunst

Sonntag, 09.10.2016 Wetter: sonnig, ca. 19 °C Des Morgens sind wir in verminderter Stärke gen Venedig ausgelaufen. Sarah ist noch erkältet und Esther legt heute mit ihr einen Ruhetag ein. Also stechen nur drei Kochs in See und trennen sich auch direkt bei der ersten Haltestelle: Ich steige in St. Helena aus, Mama und Papa wollen in den schönen Markusdom in die Messe. Ich lasse mich einfach von meinen Füßen führen. Zuerst finde ich meinen Weg an die Spitze der Insel, und dort in die Marina – man kann einfach so rumgehen und so gehe ich bis zur äußersten Spitze. Von hier sieht man (fast) unser Haus auf dem Lido. Dann durch ein paar Anwohnerstraßen. Kaum ist man „off the beaten path“, ist Venedig so richtig verlassen und still. Ein Bimmeln zerreißt die Stille – mein Handy. Die Messe ist in der Seitenkapelle, also kein beleuchteter Dom. Wir fassen den Plan, in ein paar Palazzi zu gehen. Etwas schnelleren Schrittes und jetzt mit einem Ziel schreite ich gen Haltestelle Arsenale, um mir noch die Yacht anzugucken, die dort liegt. Angekommen, ist die eine, die ich sehen wollte, nicht mehr da, dafür aber zwei andere. Die Kamino kennen wir schon, dann die l’Albatros (43 Meter), eine Yacht, die man für zwischen 75 und 115 Tausend Euro die Woche chartern kann, und die Forever One. Mit dem Crew Member der Forever One, der auf die Tür aufpasst, rede ich ein paar Sätze. Richtig süß ist ja irgendwie, dass vor den Yachten jeweils zwei Stühle stehen und ein kleiner Teppich liegt, damit man seine Schuhe vor Betreten der Yacht ausziehen kann. Dann...
Venedig 16 – Tag 8: Sonne in den Straßen Venedigs

Venedig 16 – Tag 8: Sonne in den Straßen Venedigs

Freitag, 07.10.2016 Wetter: sonnig, windstill und ca. 19 °C Während die beiden, die den Altersdurchschnitt unserer Gang etwas anheben, schon richtig früh das Haus verlassen hatten, haben wir Jüngeren noch etwas länger geschlafen. Dann noch kurz E-Mails checken und dann ganz gemächlich los. Die Sonne scheint von ihrem einsamen Platz im tiefblauen Himmel, wir tuckern über die Lagune, wollen eine Station hinter San Marco aussteigen und merken zu spät, dass die Line 5.1 nicht den Canal Grande, sondern den „anderen Kanal“ langfährt. Ich frage mich, wievielen anderen Touristen es so geht wie mir… Man kennt den Namen des Canal Grande, aber dann gibt es da noch diesen anderen großen Kanal, durch den immer die Kreuzfahrtschiffe auslaufen – aber wie der heißt?! Kein Plan! Ich komme gleich zurück, wenn ich den Namen gegoogelt hab (um in wahrscheinlich morgen wieder vergessen zu haben). *Wartemusik* Also bei Google findet man es nicht. Auf der gedruckten Karte steht es auch nicht. Mama weiß es – dit Kind soll „Canal Giudecca“ heißen! Oder eben einfacher „dieser andere große Kanal“. Also in den besagten fahren wir rein und steigen an der ersten Haltestelle aus. Wir bahnen uns den Weg durch viele süße Gassen bis zur Gallerie dell‘Accademia. Direkt dort in einer Seitenstraße trinken wir drei Espressos und besuchen Hinterräume. An der Gallerie treffen wir Papa, der mit Mama schon Ewigkeiten die Bilder bestaunt hat, und retten ihn mit Picknick vor dem Verhungern. Gestärkt geht Papa zurück ins Museum, wir gehen über die Brücke dell‘Accademia und schlängeln/schleichen uns durch die Stadt bis zur Rialto-Brücke. Von dort gehen wir in das neu eröffnete Nobel-Kaufhaus „Fondaco Dei Tedeschi“...
Venedig 16 – Tag 6: Umherstreifen wie die Wölfe

Venedig 16 – Tag 6: Umherstreifen wie die Wölfe

Montag, 04.10.2016 Wetter: sonnig, ca. 18 °C Heute sind wir zu guter Vormittagsstunde aufgebrochen, aber nicht in der Herrgottsfrühe, die eine Kirchentour erfordert hätte – von 12 bis 16 Uhr (Zeiten je nach Kirche etwas verschieden) ist die gute alte Mittagspause. Die erste Kirche, in die wir gehen wollten, hatte sogar schon um 11 „Mittagspause“ – tja ja, man muss Essen fassen, solange es warm ist. Genau so hab ich das heute Morgen gemacht und an Fondamente Nuove erstmal ein leckeres Stück Salamipizza verdrückt. Omnomnom! Die gleichmäßige Verteilung von Mozzarella muss ich unbedingt noch meistern. Also die erste Kirche hatte zu und da haben wir direkt das Handtuch geschmissen und den Plan aufgegeben – ein andermal, wenn wir zu dem Herrn gefälligeren Zeiten aus dem Bett fallen, werden wir es mit den Kirchen nochmal versuchen. Zunächst sind erstmal etwas hier und da rumgegangen und haben dann einige Palazzi angeguckt, die kostenlose Ausstellungen für die Architektur-Biennale beherbergen. Dann haben wir einen Coop gefunden und eine Zwischenstärkung eingelegt. Daraufhin sind wir in die Ca‘ d‘Oro gegangen – einem Palazzo, der zu seiner Blütezeit aquamarin gestrichen war und das steinerne Maßwerk vergoldet. Der Kassierer ist ein Mann mit Humor: Mama und Esther sind noch in einem Stoffgeschäft und auf die Auskunft hin, dass die Frauen noch im Geschäft sind (und nachkommen werden), hat er sehr wissend geantwortet „Natürlich sind sie das!“ Die Ca‘ d‘Oro bietet eine gute Auswahl italienischer Meister aus dem 15. Jahrhundert in der ersten Etage und in der zweiten aus dem 16. Jh. Italiener und Niederländer, alte Fresken und Plastiken. Auf jeder Etage kann man von einer großzügigen Terrasse...