Venedig 16 – Tag 2: Strand, Sport, Sonne, Lido, Venedig

Venedig 16 – Tag 2: Strand, Sport, Sonne, Lido, Venedig

Samstag 01.10.2016
Wetter: mild und sonnig, ca. 24 °C
Wassertemperatur: 22 °C

Nach dem langen Reisetag musste erst einmal gebührend entspannt werden, dafür ist Schönheitsschlaf besonders wichtig.

Kurz nach 10 waren alle wach – ich war schon mal vorher wach, gänzlich unfreiwillig, muss ich hinzufügen! Mücken! Große Quaddeln… Aber dann nach Verwendung des magischen Mückenstabes – oder BiteAway mit seinem richtigen Namen – ging es dann wieder und ich hab noch eine Runde geschlafen.

Diesem seeligen Schlaf mischte sich dann irgendwann eine Nachbarin unter, die mit einer weiteren Nachbarin sprach. Der Name der Nachbarin 1 ist mir nicht bekannt, aber Nachbarin 2 heißt M!A!R!I!A! – geradezu archetypisch. Fast jeder Satz der ersten Nachbarin wurde – so wie es nur italienische Omas können – kräftig kneterig geschrien. MARIA, BLA BLA BLA BLA! Marias Beteiligung an dieser ewigen Unterhaltung war keineswegs piano, aber halt etwas weniger lautstark.

Mal sehen, ob auch morgen der MARIA!-Wecker uns aus den Federn brüllt.

Nach etwas Frühstück, Kaffee, Improvisieren (einer unserer Koffer ist nicht mitgekommen) sind dann wir „Kindas“, dem Vorbild der Altvorderen folgend, zum Strand getingelt. Keine 5 Minuten zu Fuß sieht man es, hört man es, riecht man es und spürt man es zwischen den Zehen: das Mittelmeer.

Erstmal ein Selfie – essentieller erster Schritt des „Erlebens“ (Titel meiner Doktorarbeit wird dann: „Die digitale Transformation des Erlebnisgegenstandes digitalerlebten Erlebens“). Dann das physiologische Erleben: die Füße in den Sand und ab in die Brandung. Danach das seelische Erleben: einfach eine Runde im Sand „tschillen“ (ganz so wie die „jungen Leute“ das heutzutage machen).

Dieses sagenumwobene Chillen wurde dann in den verschiedensten Ausdrucksformen den Rest des Tages weiterverfolgt. Erst wurde etwas Gymnastik am Flutsaum gemacht. Dann wurde eine Runde im Wasser gejogged – naja, geben wir zu, wir haben versucht zu joggen, aber „alter Schwede“ ist das in hüfthohem Wasser anstrengend! Darauf folgte eine schöne Runde unterschiedlichster Schwimmstile – solche, die von Olympia anerkannt sind, und solche, die erst heute das Licht der Welt erblickt haben. Nach so viel körperlicher Schwächung galt es – nach dem Prinzip des Ying und Yang – der  körperlichen Stärkung Zeit einzuräumen. Es wurden mit Heißhunger die Burger verputzt, die eigentlich gestern Picknick sein sollten, den Tag allerdings überlebt hatten. Mann, so lecker! (Ups, Eigenlob… Ist es eigentlich Eigenlob, wenn es stimmt?!)

Darauf folgte – ganz im Sinne der Stärkung – eine Runde Dösen in der Sonne. Dann wollten Esther und ich kurz Eis und Cola im nahegelegenen Supermarkt kaufen (naja, in Italien sind es ja nicht wirklich „Super“märkte, mehr so etwas wie monopolistisch betriebene Bazar-Hallen, in denen noch nicht einmal Handeln erlaubt ist – es ist immer sooo eng!), aber es war Mittagspause und so gingen wir leer aus, eben Mittagspause – etwas von deren Existenz ein Deutscher auf Reisen immer wieder lernen muss. Wieder zurück an den Strand und eine weitere Runde Fitness, diesmal mehr auf Bauchmuskeln und Core-Spannung ausgerichtet. Darauf folgt ein Beachbody-Photo-Shooting – man muss ja mal zeigen, was man hat (und ich muss sagen, es macht echt Spaß, mal vor der Kamera zu stehen). Abgerundet wird das Nachmittagsprogramm durch eine Runde Schwimmen.

Mit Aufkommen des „Spätnachmittagwindes“ kommt auch in uns das Verlangen nach Essen und Wärme auf. Kurzer Stopp in dem nun wieder eröffneten Coop, dann zu Hause Ofen an, Duschen, Pizza garen, umziehen und drei Schritte nach rechts auf der Kaimauer mit Blick auf Venedig essen. Einfach magisch! Zwei Kreuzfahrtschiffe schleichen an uns vorbei. Die Sonne sinkt langsam.

Der letzte Kraftakt des Tages ist der Initial-Einkauf, das erste Eindecken mit Proviant. Wir nehmen einen leeren Koffer mit, gehen auf Ambiente-angereicherten Umwegen zu „unserem“ Conard-Supermarkt – genauso verwinkelt und eng wie der Coop, das Ganze nur etwas größer, dafür allerdings mit mehr Publikum. Hier wird nun eingeladen. Dies ist essentiell, jenes will man haben, hier ist gerade etwas im Angebot, das sollten wir mitnehmen, da wir ja heute mit Koffer da sind und nicht abends auf dem Nachhauseweg mit Tüten. Am Ende sind dann zwei Einkaufswagen gefüllt, bezahlt und in den Koffer plus zwei Tüten für Fragiles einsortiert.

Im trauten Heim wird dann eingelagert, gefolgt von einer Foto-Show – immer wieder werden Tränen gelacht – die dafür verantwortlichen Fotos werden allerdings nur in Sondervorführungen gezeigt, Anmeldungen werden in allen gängigen Formaten angenommen (Brieftauben sind auch ok, damit haben wir nach einem längeren Aufenthalt einer verirrten Brieftaube bei uns nun auch gewisse Erfahrungen.)

Nun ins Heia-Bett.

Venedig 16 – Tag 1: Brügge nicht sehen und nicht sterben
Venedig 16 – Tag 3: Strand, Sport, Sonne, Lido, Venedig

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