Venedig 16 – Tag 7: Beach Bums finden einen Weg an den Strand

Venedig 16 – Tag 7: Beach Bums finden einen Weg an den Strand

Donnerstag, 06.10.2016
Wetter: sonnig, windstill und ca. 19 °C
Wassertemperatur 20 °C

Heute Morgen haben wir Urlaub vom Urlaub genommen, lecker Eierkuchen gefrühstückt, geredet, in der Sonne gesessen, und auf einmal war es zwölf.

Da es wunderbar windstill war, sind wir nicht nach Venedig gefahren, sondern an den Strand gegangen. Dort sind wir erst lange zusammen den Flutsaum entlanggegangen. Danach hat Mama die Rufe der Kultur gehört und ist nach Venedig gefahren, während der Rest am Strand geblieben ist.

Esther und ich sind in der Sonne eingepennt – ein guter Mittagsschlaf ist einfach herrlich. Dann haben Esther und ich eine Runde Beach-Workout gemacht und Sarah hat uns für ein kleines Spaßvideo gefilmt. Gut durchtrainiert, haben wir uns dann alle in die Fluten gestürzt. Das Wasser ist immer noch herrlich warm!

Die Sonne sinkt immer näher gen Horizont, wir kommen ohne Begegnungen mit Quallen aus dem Wasser. Schnell abtrocknen und warm anziehen und dann mit gutem Hunger und Blick aufs Meer unser Picknick verschlingen.

Weiter geht der Tag mit dem Plan, eine Runde Rad auf der Insel zu fahren. Die Drahtesel werden noch etwas gepimpt und dann geht es los. Unser Sammelsurium Zweiräder sieht etwas abenteuerlich aus, aber auf einer so flachen Insel ist das echt kein Problem (wofür braucht man zwei Bremsen oder eine funktionierende Gangschaltung?).

Unsere Tour ist episch – die Uferstraße entlang geht es mit Blick auf die Lagune bei immer dunkler werdendem Himmel. Venedig funkelt im Wasser. Weit im Hintergrund leuchten und glitzern die Industrieanlagen auf dem Festland. Wow!

Irgendwann ist es dann schon fast richtig dunkel und wir entscheiden uns umzukehren. Diesmal auf der Meerseite des Lidos. Wir finden einen Weg auf einer Ufermauer. Rechts die Mauer, Ufersteine, ein wenig Sand und das Meer, links 3,50m hohes Schilf. Der Weg ist nur gerade eben so zu sehen, dass man mit einer gesunden Portion Gottvertrauen mutig stetig darauf radeln kann. Irgendwann kommen wir wieder in der Zivilisation an. Im Gegensatz zu unserem Nordende der Insel mit den Villen vom Anfang des letzten Jahrhunderts – alle mit etwas Garten und uralten hohen Bäumen, auch die süßen Straßen unter großen Bäumen – ist es hier eng bebaut. Mindesten 5 Stockwerke ragen Wohnburgen und Hotels in die Höhe. Irgendwann koimmen wir an DEM Hotel vorbei, dem Excelsior, bei dem auch die Film-Festspiele stattfinden. Dieses Hotel hat zur Lagune hin ein eigenes kleines Hafenbecken und Anleger, mit einem Kanal mit der Lagune verbunden – so sind die Gäste per Taxi-Boot oder einem der hauseigenen Boote ganz schnell und bequem in der Stadt oder am Flughafen. Das Gebäude verströmt den Glanz alter Zeiten – maurische Fenster, Minarett-ähnliche Türmchen, Jugendstil-Deko. Wenn man jetzt einmal fest die Augen zukneift und die Hacken dreimal aneinander schlägt, ist man mit Sicherheit in den 20iger Jahren. Ach, wenn Zeitreisen möglich wären… Hier würde ich herkommen.

Weiter geht es vorbei an besagtem Lichtspielhaus und dem Kasino, die – außerhalb der Saison – in der Dunkelheit und teilweise hinter Bauzäunen irgendwie wie Totengebeine der 60iger Jahre aussehen. Dann rein in ein Wohnviertel. Auf einmal sind wir auf einer Einkaufsstraße, die wir kennen, an der „unser“ Conad liegt. Esther und Papa kaufen ein. Sarah und ich radeln schon nach Hause.

Ich arbeite eine Runde im „Home Office“ für meine Firma – ich habe eine operative Aufgabe übernommen, welche abzugeben mehr Mühe gemacht hätte, als sie einfach im Urlaub weiterzumachen. Nach einer guten Stunde bin ich fertig. Wir gehen zum Abendessen über – Bohnen, Salat und Fleisch. Danach verfrinsele ich noch einiges an verschiedenen Käsen und Wein. Hier im Conad kann man Wein in eigene Flaschen (oder dort erstandene) per Zapfanlage abfüllen. Der Cabernet schmeckt richtig gut! Schon erstaunlich sowas!

Nun ist es wieder Schlafenszeit. Das Rauschen der Wellen wird uns aus unserer Erinnerung in den Schlaf wiegen.

Venedig 16 – Tag 6: Umherstreifen wie die Wölfe
Venedig 16 – Tag 8: Sonne in den Straßen Venedigs

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